Virtuelle Nikolaikirche zur Zeit Johann Sebastian Bachs

Projektbericht
m Rahmen des Förderprogramms „Digitale Experimente“ wurde ein Projekt zur digitalen Erweiterung der Nikolaikirche Leipzig erfolgreich umgesetzt. Ziel war es, die historische Aufführungssituation zur Zeit von Johann Sebastian Bach anschaulicher und nachvollziehbarer zu machen.
Worum es im Projekt ging
Ausgangspunkt ist ein bereits bestehendes digitales Modell der Nikolaikirche. Dieses wurde nun um einen wichtigen Aspekt ergänzt: die Menschen im Raum. Denn erst durch die Platzierung von Sängern und Instrumentalisten wird deutlich, wie Aufführungen zur Bach-Zeit tatsächlich organisiert waren.
Dafür wurden auf Grundlage historischer Vorlagen 3D-Modelle von Thomanern und Orchestermusikern entwickelt. Die Figuren orientieren sich an überlieferten Besetzungen und geben einen realistischen Eindruck davon, wie ein Ensemble im Kirchenraum positioniert gewesen sein könnte.
Umsetzung
Die technische Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern:
- Die Firma Foxboxx übernahm die 3D-Modellierung der Figuren
- arte4D richtete die Daten ein und erstellte Renderings
- Das Projekt wurde organisatorisch durch das Private Institut für mediale und kulturelle Vielfalt e.V. begleitet
Die neu erstellten Modelle werden schrittweise in das bestehende Kirchenmodell integriert.
Präsentation im Bachfest Leipzig
Die Ergebnisse des Projekts werden erstmals öffentlich im Rahmen des Bachfest Leipzig am 16. Juni 2026 um 19:00 Uhr in der Nikolaikirche Leipzig vorgestellt:
Neben einer kurzen Einführung in das Projekt wird die digitale Rekonstruktion als Projektion gezeigt. Ergänzt wird die Präsentation durch eine musikalische Aufführung: Der Bachchor an der Nikolaikirche singt unter der Leitung von Markus Kaufmann eine Motette.
So wird die historische Situation nicht nur visuell, sondern auch klanglich erfahrbar.
Die Nikolaikirche war zu Bachs Zeit neben der Thomaskirche einer der zentralen Aufführungsorte seiner Kirchenmusik. Als Thomaskantor war er für beide Hauptkirchen Leipzigs zuständig. Das Projekt knüpft daran an und macht diese historische Situation mit digitalen Mitteln besser verständlich.
Förderung
Das Projekt wurde mit insgesamt 10.000 Euro gefördert. Die Mittel wurden vollständig entsprechend der Projektplanung eingesetzt, insbesondere für die Erstellung und Integration der 3D-Modelle.

